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Hundehaltung

 

 

 

Staatsanwaltschaft Donauhausen
ABC-Straße 7

12345 Donauhausen

 

Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes
gegen §17 TierSchG

Donauhausen, den 31.05.2010


Auf Grund eines anonymen Hinweises bezüglich der Hundehaltung des Herrn Grau, Willistraße 2 in 12345 Donauhausen, fuhr ich am Mittwoch, den 26.05.2010 mit der Zeugin 1 zur Besichtigung vor Ort.
Wir trafen Herrn Grau zu Hause an. Sein Hund, ein sechs Monate junger Welpe namens Spike, befand sich im Garten, „verankert“ an einer ca. drei Meter langen Kette an dem Regenwasserfallrohr des Hauses. Dem Welpen stand eine zu große Hundehütte zur Verfügung. Als Kettenhaltung sowieso, aber selbst eine Anbindehaltung ist für den Hund, auf Grund seines Alters, nach der Tierschutz-Hundeverordnung §7 (7) Nr.1 verboten. Des Weiteren wird der Welpe laut Angabe des Herrn Grau in der Nacht und zeitweise auch am Tag in einem der vorhandenen Verschläge über mehrere bis viele Stunden eingesperrt.

Als die Veterinärbehörde des LK Donauhausen, nach Angabe des Herrn Grau und laut Schreiben der Veterinärbehörde, am 10.05.2010 vor Ort war, traf der Amtsveterinär Herrn Grau nicht an, dafür aber den Welpen, der diesmal in dem etwas größeren (4 m²), aber dennoch viel zu kleinen Schuppen/ Verschlag eingesperrt war. Zitat aus dem Schreiben der Veterinärbehörde vom 19.05.2010 an Herrn Grau:
„Auf Grund der zu geringen Bodenfläche und des zu geringen Lichteinfalls (Dunkelhaltung) wird Ihr Hund nicht tierschutzgerecht im Sinne des §2 Nr.1 Tierschutzgesetz gehalten. Durch die mangelnde Bewegungsfreiheit und die Dunkelheit ist der Hund in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt,
es werden ihm erhebliche Leiden zugefügt.“ (Und bei dieser Feststellung wusste die Behörde noch nicht um die Tatsache, dass es sich bei dem Hund um einen Welpen handelt!)
Des Weiteren klärte das Veterinäramt in seinem Schreiben Herrn Grau genau darüber auf, wie die Hundehaltung mit „sofortiger Vollziehung der Anordnungen“ umzusetzen und zu befolgen werden müsse. Dieses Schreiben erhielt Herr Grau am 21.05.2010.

Als ich dann am 26.05.2010 mit Zeugin 1 bei Herrn Grau vorstellig wurde, hatte sich an der eklatant gesetzeswidrigen Haltung des Welpen noch überhaupt nichts geändert.

Mit viel Zeit und Mühe versuchte ich Herrn Grau eine artgerechte Hundehaltung zu verbildlichen. Ich zeigte ihm Lösungsmöglichkeiten und was er für den Welpen auf jeden Fall ändern müsse. Bestätigt fühlte ich mich durch das Schreiben der Veterinärbehörde an Herrn Grau vom 19.05.2010, denn er bat mich es durchzulesen.
Zum Abschluss verblieben wir so, dass ich am Sonntag, den 30.05.2010 wieder komme und wir gemeinsam noch mal schauen, wie es mit der „artgerechten Hunde-/ Welpenhaltung“ so klappt.

Am 30.05.2010 war ich dann mit Zeugin 2 erneut vor Ort. Herr Grau öffnete uns die Tür und offerierte mit siegreicher Miene, dass er nichts mehr mit dem Hund zu tun hätte, weil er ihn an seinen Flurnachbarn, Herrn Schwarz, selbige Adresse, verkauft hätte! Auch sagte er, dass Herr Schwarz nicht da sei, weil er mit dem Welpen Gassi gehen würde.
Wie auf Kommando ertönte nach dieser Aussage ein Bellen und jämmerliches Winseln und wir gingen dem nach. Zeugin 2 und ich entdeckten dann voller Entsetzen den völlig verstörten kleinen Hundewelpen in einem ca. 2m² kleinen Verschlag (aus früherer Zeit ein Abtritt!). Sowohl die Verschlag-Tür, aus breiten Holzlatten, wo schon kaum Licht durchkommt, als auch die alte Abtritttür mit einem Herz drin, waren geschlossen, so dass überhaupt kein Licht zu dem Hundebaby durchdringen konnte. Auch hatte der Welpe kein Wasser und kein Futter zur Verfügung. Er war völlig sich selbst überlassen und in dem Verschlag war ein beißender Uringeruch wahr zu nehmen und etliche Kothaufen zu erkennen.
Dieses Wegsperren des kleinen Hundewelpens war nicht nur ein anhaltendes und sich wiederholendes Leid wie in dem Leben an der Seite des Herrn Grau, sondern das hier war noch viel schlimmer. Durch die absolute Dunkelhaft, die Isolation und der Wasser- und Nahrungsentzug ist boshafter, quälender Vorsatz aus Roheit zu erkennen. Hier ist der Straftatbestand des §17 TierSchG erfüllt.

Ich rief gegen 14.45 Uhr die Polizei per Notruf an und sagte, dass Polizeibeamte vor Ort notwendig seien zur Sicherung der Beweislage. Innerhalb kürzester Zeit kamen zwei Polizeibeamte und kurz darauf ein Dritter: Herr A, Herr B und Herr C der Polizeistation in Donauhausen.

Die Polizeibeamten bestätigten die eklatant gesetzeswidrige Hundehaltung und ordneten sofortige Maßnahmen zur Überbrückung bis zum nächsten Tag an, an dem das Veterinäramt dann weiter entscheiden sollte. D.h. der Welpe kam dann in einen 6 m² großen Schuppen, der zuvor von Herrn Grau aber erst leer geräumt werden musste. Außerdem musste Herr Grau vor dem erneuten Wegsperren mit dem Welpen Gassi gehen, weil er bereits seit den frühen Morgenstunden (laut Angabe des Herrn Grau) in dem dunklen Dreckloch, ohne Wasser, Futter, Ansprache und Bewegung vegetieren musste.

In einem Gespräch zwischen den drei Polizeibeamten, Herrn Grau, Zeugin 2 und mir, stellte sich dann heraus, dass Herr Schwarz, dem ja jetzt der Welpe gehöre, im Krankenhaus liegen würde und er dem Herrn Grau die Obhut des Welpen übertragen hätte. Herr Schwarz war darüber informiert und auch damit einverstanden, dass der Welpe weiterhin im Schuppen eingesperrt ist und bleibt, weil das seiner Auffassung von Hundehaltung voll entspricht. (Dies äußerte er übrigens auch lautstark bei meinem ersten Besuch am 26.05.2010.)

Auf Grund dieser neuerlichen Information, die aus dem gemeinsamen Gespräch hervor ging, wird jetzt das ganze Ausmaß der tierquälerischen Hundehaltung mit bewusstem, unter Vorsatz gesetzeswidrigem Handeln des Herrn Grau deutlich.
Denn die Vorrichtung zur ebenso gesetzeswidrigen Kettenhaltung war abgebaut, ins Haus durfte der Welpe nicht und somit geht ganz klar hervor, dass er die meiste Zeit des Tages unter der Verantwortung des Herrn Grau und Herrn Schwarz in dem dunklen Dreckloch vegetieren musste.

Das ist eine strafbare Tiermisshandlung nach §17 TierSchG unter Vorsatz, und diese zeige ich hiermit an.


Im Ehrenamt mit Verantwortungsbewusstsein

Andrea Althaus,
im Auftrag für die Initiative Haustierrechte


Anlagen:
Dokument 1: Bestätigung der Zeugin 1, Frau B.
Dokument 2: Bestätigung der Zeugin 2, Frau H.

 

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